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13. Können Medikamente helfen?

Die medikamentöse Therapie von Kindern mit ADHS kann eine wichtige Ergänzung der anderen Behandlungsformen darstellen; manchmal ist sie sogar eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass die anderen Behandlungsformen erfolgreich eingesetzt werden können und manche Kinder kommen mit den Medikamenten so gut zurecht, dass neben einer regelmäßigen Kontrolle und Beratung der Eltern keine weiteren intensiven Maßnahmen notwendig sind.

Am erfolgreichsten ist die Therapie mit Medikamenten, welche die Aktivität des Gehirns steigern. Diese Medikamente wirken also nicht dämpfend, sondern im Gehirn aktivierend. Deshalb werden sie auch Psychostimulanzien genannt. Am häufigsten werden die Medikamente mit dem Handelsnamen Medikinet , Ritalin oder Equasym® verwandt. Alle drei Medikamente enthalten die gleiche Substanz. Da diese Medikament bei den meisten Kindern nur für einige Stunden wirken, müssen manche Kinder diese zwei- bis dreimal täglich einnehmen. Es gibt jetzt auch Medikamente, die eine längere Wirkdauer pro Tag haben. Dazu zählen Medikinet-Retard® und Concerta®.

Die Wirksamkeit dieser Medikamente sind bei Kindern ab dem Alter von sechs Jahren sehr gut untersucht worden. Sie führen bei mindestens 70% der Kinder mit ausgeprägter ADHS zu einer deutlichen Verminderung dieser Auffälligkeiten. Allerdings hält die Wirkung der Medikamente nur solange an, wie das Medikament gegeben wird. Deshalb sind in der Regel eine mehrjährige medikamentöse Behandlung und eine Kombination mit anderen Behandlungsmaßnahmen notwendig. Die guten Ergebnisse gelten nur für Kinder mit ausgeprägter ADHS; sie sind nicht für die große Gruppe der Kinder mit leichteren ADHS-typischen Auffälligkeiten gültig. Vermutlich sind sie bei diesen Kindern weniger wirksam. Diese Kinder benötigen in der Regel auch keine medikamentöse Behandlung.

Neben diesen so genannten Psychostimulanzien ist seit kurzem in Deutschland ein weiteres Medikament unter dem Handelsnamen Strattera® zugelassen. Seine Wirksamkeit ist ebenfalls gut belegt, vermutlich ist es bei den meisten Kindern und Jugendlichen eher etwas weniger wirksam; es ist jedoch gut möglich, dass es bei manchen Kindern auch besser wirkt als die Psychostimulanzien. Die maximale Wirkung setzt allerdings erst nach etwa sechs Wochen ein.

Die Nebenwirkungen der Medikamente sind in den meisten Fällen gering. Sie treten häufig nur vorübergehend auf und verschwinden so gut wie immer mit Absetzen der Medikation. Die häufigsten Nebenwirkungen sind eine Verminderung des Appetits und Schlafstörungen. Manchmal treten auch eine Weinerlichkeit oder Zuckungen im Gesicht (Tics) auf. In der Regel sind diese Nebenwirkungen aber nicht sehr stark oder sie lassen sich durch eine Verminderung der Dosierung abschwächen.

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